HALLO! ICH BIN ES, JULIANE

 

Fotografie ist mein zweites Ich, mein erstes Ich gehört meiner Familie. Als ich vor zwanzig Jahren Schauspiel studiert habe, hätte ich nie gedacht, dass ich hauptberuflich Familienfotografin werde. Aber die Geburt meiner Kinder hat vieles in mir und um mich herum verändert. Ich wollte nicht mehr abends auf einer Bühne stehen, wollte nicht Wochen weg sein um zu proben oder um zu Gastspielen zu fahren.

Ich wollte zu Hause bleiben können, wollte für sie da sein, ihre ersten Schritte sehen, sie im Arm halten können, wenn sie mich brauchen. Und weil ich so einen wunderbaren Mann habe, konnte ich das tun, ich bin eine Vollblutmama, eine Mama mit Kamera. Plötzlich waren Ruhm und Ehre egal, hatten keine Bedeutung mehr für mich. Ich musste diese kleinen Wesen porträtieren, jede kleine Bewegung, jedes Härchen, jede Zehe für die Ewigkeit festhalten.

Durch wie viele Genre der Fotografie ich im Laufe der Jahre schon gewandert bin, aber nie habe ich etwas gefunden, das mich bewegt, woran lag das, ich hab zu viel auf andere gehört, mich daran orientiert, was vermeintlich richtig und der einzige Weg ist, dem Geschmack gefolgt... und mit der Zeit wurde ich immer frustrierter, weil sich alles nicht richtig anfühlte und ich fragte mich, warum ich mir das antue, die wenige Zeit, die ich für mich habe, mit Dingen zu füllen, die ich nicht mag. Ich war schon kurz davor die Fotografie aufzugeben, es hat mich zerrissen, weil ich nicht verstehen konnte, warum dieses innere Feuer brennt und warum es mich gleichzeitig nicht erfüllt, wenn ich fotografiere. Ich habe so viele Neugeborene in den letzten Jahren nach den gängigen Vorstellungen fotografiert und hingelegt: für das Licht, die Kamerawinkel, hab sie in Stoffe gewickelt, bin mit Sack und Pack in die Häuser gezogen und es hat sich für mich nie richtig angefühlt. Aber ich dachte, so macht man doch Neugeborenen Fotos, das ist der Standard, das ist gewünscht. Aber es war einfach nicht meins. Es wirkte für mich so austauschbar, war nicht mit Emotionen geladen, es war alles so gestellt, so angestrengt, ich hab stundenlang versucht die Babys zum Schlafen zu bringen.... Ihr merkt schon, es war absolut nicht meins. 

Aber was war dann meins...und dann bin ich wieder über diese Bilder gestolpert, die ich gemacht habe und niemandem gezeigt habe, weil ich wollte ja nur eingewickelte, geposte Babys zeigen, damit man besonders spezialisiert aussieht. Und eigentlich bin ich wieder da gelandet, wo ich schon zur Geburt meiner Kinder war...ich wollte alles perfekt, unperfekt, wie das Leben ist, ich wollte Leben in meinen Bilder, Gefühle, ich wollte Bilder machen, die Geschichten erzählen, die mich zurückholen in eine andere Zeit, ich wollte keine Bilder mehr von Babys die zurechtgelegt, in einer fremden Umgebung, eingewickelt auf dem Beanbag, in einer Schale, Korb etc. liegen. Das ergab plötzlich für mich keinen Sinn mehr. Diese Bilder erzählen für mich nichts von ihrem Leben, den Räumen in denen sie aufwachsen .... all das was die ersten Jahre ausmacht ..... darum habe ich diesen Weg gewählt und er fühlt sich verdammt gut und richtig an. Das Leben ist so viel mehr als Perfektion. 

Ich werde Eure Familie künstlerisch, lebendig, authentisch und echt festhalten, mit einem Haufen Bilder in einem handgefertigten Album. Ich weiß, das Leben mit Kindern ist aufregend, anstrengend und man hat kaum Zeit, darum fokussiere ich mich darauf die Shootings so kurz wie möglich zu halten. Alles was Ihr in meinen Bildern sehen könnt sind Familien, die meinen Anleitungen folgen. Wirklich jeder kann, wenn er Lifestyle Fotografie mag, solche Bilder von sich haben. Und wie cool, dass ich mal Schauspiel studiert habe, darum kann ich ziemlich gut zwischen Kitsch und echter Romantik unterscheiden. Ich kann Euch locker machen und weiß genau, welche Szenen es braucht. Unsere gemeinsame Zeit, angefangen beim ersten Kontakt bis Ihr Eure Bilder erhaltet ist sehr leicht, persönlich, professionell und entspannt.

 

Eure Juliane